Rondo

 

 

Diese Rebsorte ist eine interspezifische Kreuzung (Hybridrebe) aus den Sorten Zarya Severa x St. Laurent, zählt aber dennoch zur Familie Vitis vinifera. Sie wurde im Jahre 1964 durch Professor V. Kraus in der damaligen Tschechoslowakei gekreuzt. Er bot sie Prof. Dr. Helmut Becker (1927-1990) in der Forschungsanstalt Geisenheim an, der die Bedeutung dieses Materials erkannte und es züchterisch weiterbearbeitete. Seit 1997 genießt die Rebsorte Rondo Sortenschutz.
Die sehr früh reifende Sorte besitzt hohe Resistenz gegen Winterfrost. Sie erbringt einen rubinroten, gehaltvollen Wein, der sich als Deckwein gut zu Cuvée eignet. Auch als eigenständiger Wein ist der Rondo sehr gut geeignet. Er ergibt sehr gehaltvolle, tiefdunkle und komplexe Rotweine. Im Geruch und Geschmack erinnert er stark an dunkle Kirschen und Brombeeren (→ Aromen im Wein). Die Ansprüche der Neuzüchtung an die Lage sind ähnlich hoch wie beim Riesling, die Ansprüche an den Boden jedoch vergleichsweise gering. Die Sorte wird in Rheinhessen, Franken, Schweiz, Dänemark, England und in den Niederlanden angebaut.
Rondo ist trotz des Einflusses von Vitis amurensis innerhalb der Muttersorte Zarya Severa offiziell eine Varietät der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera). Sie besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend. Beim Weinbau wird der ökonomische Nachteil vermieden, keinen Ertrag liefernde, männliche Pflanzen anbauen zu müssen. Die Sorte wird häufig zur Farbunterstützung als Deckwein in Cuvées eingesetzt.